Übersicht
   - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Archiv
   - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

BioLOG-Nachrichten

Bestellen & Abmelden
 
 Pressedienst BioCon Valley
 ScanBalt Newsletter
 Life Science Nord
 Internationale Kooperation
 Foren Biotechnologie
 Biotechnologie
 Diskussionsforum
BioTechnologie
 1000 Fragen zur Bioethik
 TransGen
 Biotechnologie für Lehrer
14. Juni 2007
Arbeiten in fünf Dimensionen
Die arivis GmbH, eine Ausgründung des Rostocker Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung, hilft bei der Auswertung riesiger Datenmengen.
Rostock (OZ) Wie für die Geografen des 19. Jahrhunderts ist für Mediziner, Biologen und Chemiker der heutigen Zeit die Welt noch immer voller weißer Flecken. Für sie ist es bisher nahezu unmöglich, die Komplexität eines Lebewesens mit nur einer Abbildung zu erfassen. Denn um größere Bereiche, wie zum Beispiel ein komplettes Gehirn, hoch aufgelöst aufzunehmen, braucht man noch immer viele Einzelbilder. Diese obendrein auszuwerten und geordnet zu archivieren, kommt einer Sisyphus-Arbeit gleich.

Helfershelfer solcher Entdecker sind Christian Götze und Raik Madla. Sie schufen 2004 die arivis Multiple Image Tools GmbH – eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Rostock. Ihre Software „arivis Browser“ tilgt sozusagen die weißen Flecken im Anschauungsvermögen vieler Wissenschaftsdisziplinen.
Das Programm macht „die Aufnahme, Verwaltung und Analyse von bis zu mehreren hundert Gigabyte großen, multidimensionalen Bilddaten möglich“, erklärt Götze. „Und das mit gewöhnlichen Computern.“

Das Besondere dabei: Das Bild ist – je nach Aufnahmegerät – nicht nur zweidimensional, sondern auch plastisch und damit dreidimensional darstellbar. Als vierte Dimension bildet der „arivis Browser“ obendrein die Zeit ab. Ebenso ist die Wiedergabe einer fünften Dimension möglich. So lassen sich komplexe Vorgänge darstellen. Das ist ausschlaggebend für weitere mögliche Entdeckungen in den meisten Wissenschaften, war jedoch mangels fehlender Software bisher unmöglich. Arivis ist das Ergebnis eines einige Jahre am IGD bearbeiteten Forschungsprojekts. Dort war der Mathematiker Götze seit 1997 in der Abteilung Multimediale Kommunikation mit der Entwicklung seines jetzigen Produkts betraut.

Das ist typisch für die Philosophie der Fraunhofer-Gesellschaft: Die Mitarbeiter sollen befähigt werden, „sich durch Neugründung einer Firma mit selbst erarbeitetem Know-how in so genanntem Spin-off (Ausgründung / d. Red.) selbstständig zu machen“, heißt es im Profil der Gesellschaft.

Arivis ist ein perfektes Beispiel dafür. Aus dem IGD Rostock gibt es weitere Ausgründungen. Und damit wichtige Beiträge zur regionalen Wirtschaftsentwicklung. Die Firma beschäftigt neben den Geschäftsführern Götze und Madla sechs weitere Entwickler, zum Großteil von der Uni Rostock. „Sie sind die entscheidenden Kräfte für das Unternehmen“, sagt Götze. Denn sie alle nahmen lieber die Entdeckungsreise für arivis auf sich, statt „woanders mehr zu verdienen“.
M.LÜDTKE
Quelle: OZ Ostseezeitung
  last update: 20.01.10